Was die Karten zeigen

Was ist auf den Karten zu sehen?

Ein Starkregenereignis ist grundsätzlich ein dynamisches Geschehen. Es lässt sich daher nicht komplett in eine statische Karte übertragen. Jedoch ist die Kartendarstellung die wichtigste Grundlage für alle darauf aufbauenden Maßnahmen der Raumordnung, der Bauleitplanung und der Krisenbewältigung. Ein Karte ist auch für den privaten Nutzer am besten zugänglich. Das wichtigste inhaltliche Element der Karte ist die Darstellung der potenziell vom Starkregenabfluss betroffenen Flächen. Die aus den Modellrechnungen abgeleiteten Karten versuchen dabei nicht, ein reales Ereignis abzubilden, sondern die Gefahren aufzuzeigen, wie sie bei verschiedenen Starkregenereignissen auftreten können.

Insgesamt wurden von dem beauftragten Fachbüro geomer mehrere Modellrechnungen durchgeführt und einige davon in Gefahrenkarten dargestellt:

  • Mittel (ca. 60mm in einer Stunde),
    d.h. ein Starkregen, wie ihn jeder ein- oder mehrfach in seinem Leben erfährt. Bei gutem Zustand der Kanalisation sind die Folgen im geschlossenen Siedlungsbereich noch lokal begrenzt. Außerorts bzw. an Einlaufpunkten können aber bereits erhebliche Schäden auftreten.
  • Selten (ca. 120 mm in einer Stunde), ein Niederschlag wie er etwa in den 2009 bzw. 2010 stärker betroffenen Bereichen vorkam.
  • Extrem (ca. 240 mm in einer Stunde), ein Niederschlag, der den Mengen im Zentrum des Ereignisses von 2010 entspricht und auch weitere Unwägbarkeiten wie Klimawandel oder ungünstige landwirtschaftliche Bewirtschaftung berücksichtigt.

legende

Neben den Karten wurden auch Animationsfilme erstellt, welche die eigentliche Dynamik eines Starkregenabflusses noch eindrucksvoller vor Augen führen können. Beides zusammen – Karten und Filme – sind für die Vorbereitung auf vergleichbare Ereignisse wichtige Hilfsmittel.

In den interaktiven Karten können sie spielerisch eine Gewitterwolke in ihrer Größe verändern, um ein realistisches Bild eines Bereiches zu erhalten, wie er bei einem einzelnen Ereignis betroffen sein könnte.

Was ist auf den Karten nicht zu sehen?

Nicht dargestellt sind die Überflutungen, die vom Gewässer ausgehen, hierzu gibt es separate Hochwassergefahrenkarten, die zudem auch rechtliche Wirkung besitzen. Diese enthalten weitere überflutungsgefährdete Flächen oder bilden eine Schnittmenge mit den hier beschriebenen. Da die zu treffenden Maßnahmen unterschiedlich sind, macht es Sinn, die Inhalte nicht zu vermischen, sondern vielmehr beide Hochwassertypen gleichsam im Auge zu behalten.

Auch werden keine durch das Kanalnetz bedingten Überflutungen dargestellt, auch dies ist ein eigener Themenbereich mit seinen eigenen Problemen, insbesondere der Verstopfung von Einlässen oder der Zu-Sedimentation von Kanälen.

Bleibt die Frage, für welchen Bereich die Karten verfügbar sind?

Bearbeitet wurde das gesamte Einzugsgebiet der Glems. Die Darstellung erfolgt im Maßstab 1: 5000.  Gedruckt wurden insgesamt 37 Kartenblätter. Hier in der Online-Variante kann natürlich das ganze Gebiet blattschnittfrei betrachtet werden.

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