KliStaR – Rückblick und Vorschau

KliStaR

 

 

 

Was bisher geschah

Anfang des Jahres 2015 ist mit Ihrer Unterstützung das KliStaR-Projekt im Einzugsgebiet der Glems gestartet, da jüngste Klimamodellrechnungen für Süddeutschland eine Zunahme von Starkniederschlägen in der Zukunft voraussagen. Deshalb wollen im Rahmen von KliStaR bekanntermaßen acht Städte und Gemeinden in einem Netzwerk mit Landnutzern und Experten aus den Bereichen Boden, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft Maßnahmen zur Klimaanpassung realisieren, die in kommunalen Außenbereichen den Bodenabtrag und den Oberflächenabfluss verringern.

Dazu wurde mit Ihrer Beteiligung in zwei interkommunalen Veranstaltungen auf Basis von Bodenerodierbarkeitskarten eine Vielzahl problematischer Brennpunkte und Anpassungsideen benannt. Näheres Interesse wurde wurden dann im weiteren Verlauf des Jahres an vier Brennpunkten bekundet, und zwar in Leonberg (Warmbronn), in Korntal-Münchingen (Aischbach), in Ditzingen (Talmühle / Lange Furche-Aischbach / Döbach) und in Eberdingen / Markgröningen / Schwieberdingen (Schönbühlhof). Zu diesen Brennpunkten wurde in zahlreichen Gesprächsrunden und Ortsterminen mit den Landnutzern und Kommunen erörtert, welche Schutzmaßnahmen realisiert werden können. Dazu zählten beispielsweise dezentrale Wasserrückhaltemaßnahmen in Warmbronn und Schönbühlhof oder wasserinfiltrationsfördernde Zwischenfrüchte im Münchinger Aischbach-Tal. Als Entscheidungsgrundlagen dafür wurden von KliStaR verschiedene Karten zur Bodenerosion und zum Oberflächenabfluss in der Gegenwart und Zukunft erstellt. Bei besonderem Interesse wurden darüber hinaus auch Maßnahmen außerhalb der Brennpunkte realisiert, so dass deren Eignung für die Praxis im Projektgebiet erkennbar wird wie z.B. die Streifenlockerung in den Münchinger Gewannen Schelmenäcker und Katzenloch. Begleitend wurden im Sommer die fachtechnischen und die finanziellen Möglichkeiten im landwirtschaftlichen Bereich bei Felderrundfahrten von Ortsbauernverbänden und bei einer Exkursion zu Maßnahmen in der Praxis besprochen. Außerdem konnte u.a. das KliStaR-Projekt durch eine Posterausstellung bei der 10. Deutschen Klimatagung in Hamburg auch außerhalb des Projektgebietes präsentiert werden.

Was demnächst folgt

Beim dezentralen Wasserrückhalt soll in Warmbronn zeitnah mit der baulichen Umsetzung begonnen werden, in Schönbühlof werden die interkommunalen Planungen konkretisiert. Korntal-Münchingen erhält aufgrund einer Anfrage eine Planungskarte für die Anlage von schutzbringenden Ackerrandstreifen. Seitens der Landwirtschaft besteht Interesse an Praxisversuchen für die Engsaat von Mais oder für die Untersaat im Mais. Die fachtechnischen Wirkungen der Maßnahmen werden mit weiteren Erosions- und Abflussmodellierungen dokumentiert. Außerdem wird ein Katalog mit 23 Maßnahmenblättern erstellt, der u.a. als Planungsratgeber dienen kann für weitere Kommunen in Baden-Württemberg zur Umsetzung von Maßnahmen, die den verbesserten Rückhalt von Wasser und Boden im Klimawandel unterstützen.

Anfang Februar 2016 ist für alle Interessenten eine offene Gesprächsrunde für die anstehenden Maßnahmen beim Maisanbau geplant. Im Mai 2016 werden in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung mit den beteiligten Kommunen und Landnutzern die Ergebnisse des KliStaR-Projektes vorgestellt und diskutiert. Eine separate Einladung hierzu folgt.

Das KliStaR-Projektteam bedankt sich bei allen Beteiligten und Interessenten für das bisherige Engagement und wünscht eine frohe Weihnacht und gutes neues Jahr mit einem nachhaltigen Abschluss des Projektes.

André Assmann (geomer, Tel. 06221/89458-41)

Norbert Billen (bodengut, Tel. 0711/4560400)

Jessica Kempf (geomer, Tel. 06221/89458-45)

Heike Puhlmann (FVA, Tel. 0761/401-8224)

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